Gesundheit für Kinder - Kinderkrankheiten, typische Leitbeschwerden, ihre Diagnose und Behandlung
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Ängste und Angststörungen

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:53 Uhr
Beitragsseiten
Ängste und Angststörungen
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
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Ängste sind im Grunde ein Schutzmechanismus, der uns vor Gefahren bewahrt, und insofern ein normales Warnsignal. Angst zu haben schützt uns davor, eine Autobahn zu überqueren oder an einem Abgrund entlangzuschlendern – in bestimmten Situationen wäre es krankhaft, keine Angst zu empfinden.

Bei Kindern, die ja aufgrund ihres »Entwicklungsrückstandes« durch ihre Umwelt mehr gefährdet sind als Erwachsene, sind »normale« Ängste wesentlich häufiger als bei Erwachsenen. Sie gehören zu der seelischen Entwicklung genauso wie Allmachtsfantasien oder Wutanfälle.

Manchmal aber verselbständigen sich Ängste. Sie haben dann keine schützende Funktion mehr und sind als krankhaft anzusehen. Man spricht dann von einer Angststörung.

Leitbeschwerden

  • Sehr häufige oder besonders intensive Ängste oder Panikattacken
  • Einschränkung des kindlichen Alltagslebens durch die Ängste
  • Möglicherweise körperliche Beschwerden durch die Ängste, z. B. Herzklopfen, Zittern, aber auch Bauchweh, Kopfweh, Durchfälle sowie Schlafstörungen

Wann zum Arzt

In den nächsten 1–2 Wochen, wenn

  • Sie über einen Zeitraum von mindestens 4–6 Wochen den Eindruck haben, Ihr Kind sei im Vergleich zu früher und im Vergleich zu seinen Altersgenossen wesentlich ängstlicher.
  • Ihr Kind in seinem Alltag durch Ängste (erheblich) beeinträchtigt wird.

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind einen unerklärlichen Angstanfall hat und es Ihnen nicht gelingt, es zu beruhigen.

Das Wichtigste aus der Medizin

In seiner Entwicklung muss das Kind einen ganzen Urwald voller Ängste zähmen:

Da ist zunächst das Fremdeln des älteren Babys, von dem auch nach dem Säuglingsalter noch die Trennungsangst übrig bleibt, die z. B. den Eintritt in den Kindergarten oft zu einem tränenreichen Familienereignis macht.

Viele Kindergartenkinder haben auch Angst vor der Dunkelheit, vor Gespenstern oder vor einem Gewitter oder trauen sich Dinge nicht mehr, die sie früher teilweise ohne mit der Wimper zu zucken gewagt haben. Hier ist die Angst Ausdruck eines mit den geistigen Fähigkeiten gewachsenen Gefahrenbewusstseins.

Krankhafte Ängste: Angststörungen

Gewalt und Überforderung können zu Angststörungen führen
Chronische schulische Überforderung, Einsamkeitsgefühle oder gar Gewalterlebnisse mit Gleichaltrigen während der Schulpausen oder auf dem Schulweg können zu Angststörungen führen. Wichtig ist das behutsame Gespräch ohne Zeit- und Ergebnisdruck, wenn ein entsprechender Verdacht besteht.
[ISP]

Manchmal sind Ängste aber wirklich krankhaft. Bei der Entstehung solcher krankhaften Ängste spielen eine Reihe von Faktoren eine Rolle – ein anlagebedingt ängstliches Gemüt, besonders belastende Ereignisse oder anderswie ungünstige Umstände in der Familie, aber auch Überbehütung oder Überängstlichkeit der Eltern. Insbesondere bei Jugendlichen können Angstzustände auch durch Drogen bedingt sein. Auch manche psychiatrischen Erkrankungen wie etwa Depressionen äußern sich durch Ängste, die Angst ist dann nur eine (Verhaltens-)Auffälligkeit unter mehreren.

Die Grenze zwischen normalen und krankhaften Ängsten ist oft fließend. Generell gilt, dass Sie als Eltern immer dann aufmerksam werden sollten, wenn an sich »normale« Ängste Ihr Kind im Alltag über längere Zeit erheblich einschränken, die Angst gar nicht mehr weggeht oder Sie die Inhalte der Ängste gar nicht nachvollziehen können.

Die Mediziner unterscheiden mehrere Arten von Ängsten:

  • Bei einer Phobie hat ein Kind Angst vor einem ganz konkreten Gegenstand oder einer ganz konkreten Situation. Obwohl es weiß, dass diese Angst unbegründet ist, kann es sich nicht gegen sie wehren. Dieses Wissen setzt gewisse geistige Fähigkeiten voraus – Phobien sind also erst ungefähr ab dem Grundschulalter möglich. Bei Kindern am häufigsten sind Tierphobien (z. B. vor Spinnen) und die Schulphobie, die als Trennungsangst von der Bezugsperson gedeutet wird.
  • Kinder (meist Jugendliche) mit generalisierten Angststörungen plagen eine unbestimmte, starke Angst und übermäßige Sorgen, z. B. in der Schule zu versagen. Im Gegensatz zur Phobie wechseln die Angstinhalte oft.
  • Bei Panikstörungen ist die Angst unbestimmt – scheinbar ohne Grund treten Angstanfälle auf, verbunden mit teils heftigen körperlichen Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern, Schwitzen, aber auch Übelkeit oder Luftnot.

Unabhängig von der Art der Angst kann mit zunehmender Dauer die Angst vor der Angst in den Vordergrund treten.


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Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 14:11 Uhr )