Gesundheit für Kinder - Kinderkrankheiten, typische Leitbeschwerden, ihre Diagnose und Behandlung
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Depression, depressive Verstimmungen - So helfen Sie Ihrem Kind

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 09:02 Uhr
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Depression, depressive Verstimmungen
So helfen Sie Ihrem Kind
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So helfen Sie Ihrem Kind

Depressionen zeigen sich mitunter durch Trotz, Rückzug und Traurigkeit
Bei Kindern zeigen sich Depressionen nicht nur durch Rückzug oder Traurigkeit. Oft stehen Trotz, Aggressionen oder vielmehr Erschöpfung im Vordergrund.
[DAW]

Echte Depressionen müssen oft medikamentös sowie durch eine Psychotherapie behandelt werden, die Möglichkeiten der Selbsthilfe sind begrenzt. Auch naturheilkundliche Verfahren, wie etwa Johanniskraut, haben allenfalls einen unterstützenden Stellenwert.

Bei häufigen Stimmungsschwankungen oder depressiven Reaktionen jedoch kann im häuslichen Umfeld einiges bewegt werden. Wir stellen Ihnen hier eine Form der zu Hause anwendbaren »Mini-Psychotherapie« vor, die ursprünglich von dem Amerikaner J. F. Christensen entwickelt wurde.

Das TASSE-Programm bei depressiven Verstimmungen

Bei depressiven Verstimmungen können nach dem folgenden Schema oft nachhaltige Erfolge erzielt werden:

  • Tagesplan. Sorgen Sie für einen strukturierten Tagesablauf, und das auch an den Wochenenden.
  • Angenehme Tätigkeiten. Jeder Tag sollte etwas enthalten, auf das sich Ihr Kind freuen kann, und sei es nur ein abendliches Boccia-Spiel im Garten.
  • Sport. Bewegung wirkt psychisch ausgleichend – oder wie der Amerikaner sagt: »Move your butt and your mind will follow« (»Bewege deinen Hintern und deine Seele wird folgen«).
  • Selbstbild. Fördern Sie ein positives Selbstbild durch Lob und indem Sie gut von Ihrem Kind denken und reden. Eine solche »Fernhypnose« kommt an!
  • Energische Durchsetzung. Ihr Kind soll lernen, dass das, was ihm wichtig ist, auch verdient, durchgesetzt zu werden.

Äußert ein älteres Kind indirekt oder direkt Selbsttötungsabsichten, sollten Sie es darauf ansprechen (erfahrungsgemäß bringt direktes Ansprechen eher Entlastung als Belastung) und noch am gleichen Tage zum Arzt gehen – diese Verantwortung ist für Sie selbst zu viel. Aufmerksam werden sollten Sie auch, wenn ein bis dahin lange niedergeschlagener Jugendlicher plötzlich sehr gut gelaunt wird und/oder seine Sachen verschenkt. Möglicherweise hat er den Entschluss zur Selbsttötung gefasst und fühlt sich durch das Ende der Zweifel erleichtert!


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Aktualisiert ( Donnerstag, den 01. März 2012 um 11:28 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München