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Hirnhautentzündung (Meningitis)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:45 Uhr
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Hirnhautentzündung (Meningitis)
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Bei einer Hirnhautentzündung (= Meningitis) haben Erreger die unmittelbar an Gehirn und Rückenmark grenzenden Hirnhäute befallen und zu einer Entzündung geführt. Insgesamt erkranken in Deutschland schätzungsweise 2000 Kinder pro Jahr, am häufigsten im Winter und Frühjahr. Betroffen sind vor allem Kinder bis zum fünften Lebensjahr, die Hälfte der Fälle passiert bei Säuglingen.

Während die virale Hirnhautentzündung bei Kindern meist mild verläuft, ist die bakterielle Hirnhautentzündung eine zwar seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung mit hohem Risiko bleibender Schäden.

Leitbeschwerden

Bei Babys:

Je jünger das Kind ist, desto uncharakteristischer sind die Beschwerden! Bei Babys zeigen sich oft:

  • Schläfrigkeit oder Schreckhaftigkeit mit schrillem Schreien
  • Trinkschwäche (Baby trinkt »schlecht«)
  • Schlaffe Muskeln
  • Hautverfärbung (wächsern oder bläulich), möglicherweise rote Hautflecken
  • Gestörte Atmung bis zu Atempausen
  • Evtl. vorgewölbte Fontanellen (Lücken am Kopf zwischen den Schädelknochen)
  • Möglicherweise Krampfanfall
  • Oft kein Fieber und keine Nackensteife

Bei älteren Kindern:

  • Fieber, schlechtes Allgemeinbefinden
  • Kopfschmerzen bis zur Unerträglichkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Licht- und Geräuschüberempfindlichkeit
  • Möglicherweise rote Hautflecken, die auch dann bleiben, wenn man mit einem durchsichtigen Lineal daraufdrückt
  • Evtl. Teilnahmslosigkeit oder Reizbarkeit
  • Evtl. zerebrale Anfälle, Schläfrigkeit bis zur Bewusstlosigkeit

Meningitis-Zeichen

Zusätzlich zu den aufgeführten (oft auch bei anderen Infektionskrankheiten vorkommenden) Leitbeschwerden sind einige Zeichen typisch für die Hirnhautentzündung. Diese Zeichen beruhen darauf, dass die entzündeten Hirnhäute so schmerzhaft sind, dass jeder Zug daran dem Kind wehtut. Folgende Zeichen sprechen für Meningitis:

  • Nackensteife: Wenn das Kind auf dem Rücken liegt, kann es den Kopf nicht auf die Brust beugen. Legt man die eigene Hand unter den Kopf des Kindes und versucht, ihn anzuheben, tut es dem Kind weh und man spürt, dass der Nacken steifer ist als normal.
  • Wenn Sie beim auf dem Rücken liegenden Kind den Kopf des Kindes auf die Brust beugen, zieht es automatisch die Beine an, d. h. beugt die Knie, um Schmerzen zu vermeiden (dieses Zeichen heißt Brudzinski-Zeichen).
  • Wenn Sie bei dem auf dem Rücken liegenden Kind ein Bein gestreckt anheben, so lässt es das nicht zu, sondern winkelt das Knie automatisch an (auch dies macht das Kind, um zu vermeiden, dass die Hirnhäute »gezogen« werden). Dieses Zeichen heißt Kernig-Zeichen.
  • Kann Ihr Kind sich dagegen aus der Rückenlage problemlos aufrichten und sein angewinkeltes Knie küssen, so ist eine Hirnhautentzündung unwahrscheinlich.

Wann zum Arzt

Sofort, wenn

  • Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind eine Hirnhautentzündung haben könnte.


Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 14:09 Uhr )