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Akutes und chronisches Nierenversagen

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 12:08 Uhr
Häufigkeit 2 von 5: Eher selten
Häufigkeit:

Beim Nierenversagen ist die Funktion der Nieren so stark eingeschränkt, dass diese ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können.

Akutes Nierenversagen

Ein akutes Nierenversagen entsteht plötzlich, etwa bei einem hämolytisch-urämischen Syndrom, einer akuten Nierenentzündung, bei schwerer Austrocknung oder Kreislaufversagen, etwa durch hohe Blutverluste. Das Kind kann meist kaum oder gar keinen Urin mehr lassen, Wasser- und Mineralienhaushalt entgleisen rasch. Zudem steigt der Blutdruck an, oft so stark, dass er medikamentös gesenkt werden muss.

Vorübergehend kann es notwendig sein, dass die Dialyse (= künstliche Blutwäsche) die Reinigungs- und Entgiftungsfunktion der Niere übernimmt. Kann die Ursache des akuten Nierenversagens aber rechtzeitig beseitigt werden, erholt sich die Nierenfunktion über Wochen bis Monate meist wieder. Schäden bleiben dann glücklicherweise keine zurück.

Chronisches Nierenversagen

Anders beim chronischen Nierenversagen: Hier geht die Nierenfunktion langsam, aber unwiderruflich immer weiter zurück. Betroffen sind sowohl die Reinigungs- und Entgiftungsfunktion der Nieren als auch ihre Funktionen im Hormonhaushalt. Bei Kindern sind in 50–60 % angeborene Erkrankungen bzw. Fehlbildungen verantwortlich, in etwa 20 % Nierenentzündungen.

Da die Reserven der Nieren groß sind, bleibt die Erkrankung oft lange Zeit unbemerkt. Die ersten Zeichen dafür, dass »etwas nicht in Ordnung ist«, sind meist uncharakteristisch: Das Kind ist oft müde und schlapp und kann mit seinen Altersgenossen nicht so recht mithalten. In der Folge werden so die Beschwerden immer eindrücklicher und betreffen schließlich den gesamten Organismus.

Fortschreiten verlangsamen

Durch geeignete Lebensführung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen, oft über Jahre. Dies verlangt jedoch Kind wie Eltern erhebliche Einschränkungen ab: So muss sich die erlaubte Flüssigkeitszufuhr nach der Menge des noch produzierten Urins richten und das strikte Einhalten einer Diät ist notwendig.

Dialyse und Nierentransplantation

Letztendlich lässt aber die Nierenfunktion doch so stark nach, dass eine regelmäßige Dialyse erforderlich wird, die teilweise auch zu Hause durchgeführt werden kann. Langfristig ist dann das Einpflanzen einer fremden Niere (= Nierentransplantation) unumgänglich.

Aktualisiert ( Montag, den 27. Oktober 2008 um 16:37 Uhr )