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Hintergrundwissen Atemwege und Lunge, Atmung

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 13:30 Uhr
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Der Kreis des Lebens

Über unsere Lungen sind wir in den großen Kreislauf des Lebens eingegliedert: Pflanzen nutzen für ihr Wachstum die Nährstoffe der Erde und das Kohlendioxid der Luft. Der Sauerstoff, den sie dabei sozusagen als Abfallprodukt produzieren, wird von den Tieren und Menschen eingeatmet und unterhält deren Stoffwechsel. Aus Letzterem wiederum geht Kohlendioxid hervor, der Grundstoff des Pflanzenlebens – unsere Atmung nimmt und gibt, sie setzt uns mit der lebenden Welt in Verbindung.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass der Atmung schon immer auch eine spirituelle Bedeutung zugedacht wurde. Insbesondere in fernöstlichen Religionen ist es die Atmung, die dem Wahrheitssuchenden über die Begrenzungen seiner körperlichen Lebenswelt hinweghelfen soll, man denke nur an Yoga-Übungen oder die Meditation.

Ob in einem körperlichen oder einem spirituellen Sinne – mit jedem Atemzug unterhalten wir die Flamme, die in jedem von uns brennt. Um den lebenserhaltenden Sauerstoff möglichst effektiv aus der eingeatmeten Luft aufnehmen zu können, ist die Lunge innerlich wie ein Schwamm zu Millionen Bläschen aufgebauscht.

Es ist aber nicht nur Sauerstoff, den unser Körper über diese riesige innere Oberfläche »aufsaugen« kann. Seit alters her führt sich der Mensch über seine Lungen flüchtige Genussstoffe zu, allen voran das Nikotin. Leider verursacht der dadurch ausgelöste kurzfristige Lustgewinn langfristig eine Entzündung der empfindlichen Bläschenstruktur, denn der Rauch reizt die feinen Zellen und konfrontiert sie mit schädlichen Giften. Mit zunehmendem Alter vernarbt der ehemals flauschige Schwamm – die Raucherlunge tut ihren Dienst nur noch unter Rasseln und Husten und arbeitet bald schon für ein gutes Leben nicht mehr gut genug.

Wer meint, dass dies ein Problem »der Alten« sei, der irrt. Denn die Weichen zu einer lungenfeindlichen Lebensweise werden in der Kindheit gestellt: Die weitaus überwiegende Mehrzahl der Raucher »erlernt« ihre Sucht als Kinder, spätestens als Jugendliche, vielfach von den ach so nachahmenswerten Erwachsenen im eigenen familiären Umfeld.



Aktualisiert ( Dienstag, den 14. April 2009 um 14:58 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München