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HIV-Infektion und AIDS

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Sch채ffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 13:21 Uhr
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HIV-Infektion und AIDS
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Eine Infektion mit dem Humanen Immunschw채che Virus, kurz HIV, ist im deutschsprachigen Raum bei Kindern selten, die Gesamtzahl infizierter Kinder unter 13 Jahren wird in Deutschland auf etwa 400500 gesch채tzt. Der Erkrankung haftet teilweise noch heute ein Stigma an, da die Haupt-Risikogruppen von vielen angeblich aufgekl채rten Zeitgenossen als 쨩Randgruppen짬 wahrgenommen werden.

Leitbeschwerden

  • Durchf채lle
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen an mehreren Stellen des K철rpers
  • Gewichtsabnahme, Gedeihst철rung

Inkubationszeit sehr unterschiedlich, bis zu vielen Jahren

  • Ansteckend ab kurz nach der Infektion

Ungeborene k철nnen sich schon w채hrend der Schwangerschaft oder unter der Geburt anstecken, wenn die Mutter das Virus in sich tr채gt. Dies ist der h채ufigste 횥bertragungsweg bei Kindern. Ab dem Jugendalter stellt ungesch체tzter Geschlechtsverkehr mit HIV-positiven Partnern den Haupt체bertragungsweg dar. 횥bertragungen 체ber das Blut (etwa durch aufgefundene Spritzen) sind extrem selten. Auch eine Ansteckung 체ber Bluttransfusionen ist heute im deutschsprachigen Raum durch Testung aller Blutprodukte extrem selten.

Das Virus bef채llt vor allem die T-Helferzellen, eine bestimmte Gruppe wei횩er Blutk철rperchen, die Infektionserreger und Krebszellen bek채mpfen. Je nach Allgemeinzustand kann der K철rper ein gewisses Absterben dieser Abwehrzellen lange Zeit durch vermehrte Produktion ausgleichen, nach Jahren bricht aber dann das Abwehrsystem doch zusammen, und das Kind bekommt immer mehr und immer schwerere Infektionen. Im Sp채tstadium magert es ab, und auch das Gehirn kann durch das Virus gesch채digt werden. Die Krankheitserscheinungen der HIV-Infektion sind unter dem Namen AIDS (= acquired immune deficiency syndrome, erworbenes Immunschw채chesyndrom) bekannt.

Ansteckend ist die Erkrankung auch schon in der beschwerdefreien Phase, da bereits Viren im Blut vorhanden sind. Bei 쨩normalen짬 Alltagskontakten, wie etwa Spielen, Kindergarten- oder Schulbesuch, besteht aber keine Gefahr man kann sich das Virus weder durch Umarmen noch 체ber Toiletten oder die dort aufgeh채ngten Handt체cher f체r die H채nde 쨩holen짬. Im (seltenen) Fall eines eventuellen Blutkontaktes muss der Arzt benachrichtigt werden. Die Diagnose einer HIV-Infektion wird durch verschiedene Blutuntersuchungen gestellt. Der Krankheitsverlauf kann heute durch speziell gegen das HIV gerichtete Medikamente, sog. antiretrovirale Substanzen, entscheidend verz철gert werden. Infektionen werden bestm철glich bek채mpft, oft ist auch eine Vorbeugung z. B. durch spezielle Medikamente sinnvoll. Letztendlich endet aber die Erkrankung auch heute noch fast immer t철dlich. Eine Impfung gegen das HIV ist noch in weiter Ferne.



Aktualisiert ( Montag, den 02. M채rz 2009 um 11:33 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit f체r Kinder, 2. Auflage 2006, K철sel Verlag M체nchen