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Hals- und Mandelentzündungen (Pharyngitis und Angina tonsillaris)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 11:55 Uhr
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Hals- und Mandelentzündungen (Pharyngitis und Angina tonsillaris)
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Eine Halsentzündung(= Pharyngitis) kann prinzipiell in jedem Lebensalter vorkommen. Sie tritt entweder alleine oder im Rahmen einer Erkältungskrankheit auf, bei der auch die übrigen oberen Luftwege befallen sind. Bei der Halsentzündung sind meist auch die seitlich am hinteren Racheneingang sitzenden Gaumenmandeln betroffen.

Bei manchen Halsentzündungen steht die Entzündung der Gaumenmandeln ganz im Vordergrund. Bei einer solchen akuten Mandelentzündung (= akute Angina tonsillaris, kurz Angina, akute Tonsillitis) haben sich vor allem die zwischen Mund und Rachen gelegenen Gaumenmandeln stark entzündet. Besonders häufig werden Kinder im späten Kindergarten- und frühen Grundschulalter von ihr geplagt. Vor dem ersten Geburtstag hingegen ist die akute Mandelentzündung selten.

Leitbeschwerden

  • Halsschmerzen (möglicherweise ins Ohr ausstrahlend), Schluckbeschwerden
  • Hals und Mandeln gerötet, möglicherweise mit weiß-gelben (eitrigen) Belägen
  • Geschwollene Lymphknoten unter dem Kiefer und am Hals
  • Bei Virusinfekten leichtes Fieber, eher gering beeinträchtigtes Allgemeinbefinden
  • Bei bakteriellen Infekten hohes Fieber, Kopfschmerzen und ein starkes Krankheitsgefühlst
  • Bei Säuglingen Trinkschwäche, bei Kleinkindern Nahrungsverweigerung

Inkubationszeit je nach Erreger, meist wenige Tage

Ansteckend schon 1–2 Tage vor Beginn der Beschwerden, Dauer je nach Erreger

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Ihr Kind länger als drei Tage (mäßige) Halsschmerzen hat, dabei aber nicht »richtig« krank scheint.

Heute noch, wenn

  • Ihr Kind zusätzlich zu den Halsschmerzen hohes Fieber hat oder Sie auf den Mandeln weiß-gelbe Beläge sehen.
  • Ihr Kind mit Halsschmerzen einen Hautausschlag hat.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind Atemnot (durch die entzündungsbedingt vergrößerten Mandeln) bekommt.
  • Ihr Kind den Mund nicht öffnen oder nicht schlucken kann.

Die Racheninspektion

Um eine Halsentzündung selbst festzustellen, gehen Sie folgendermaßen vor: Lassen Sie Ihr Kind den Kopf zurücklegen, den Mund so weit wie möglich öffnen und ein langgezogenes »aaaahhhh« sagen. Im Schein eines hellen Lichtes (z. B. Taschenlampe) lässt sich nun die Rachenhinterwand erkennen. Verdeckt die Zunge die Sicht, so nehmen Sie einen möglichst breiten Löffelstiel und drücken Sie die Zunge nach unten (Vorsicht Brechreiz). Achten Sie auf die eventuellen Eiterbeläge, vor allem auf den Mandeln.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:02 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München