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Pfeiffer-Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose)

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 11:58 Uhr
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Pfeiffer-Drüsenfieber (infektiöse Mononukleose)
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Das Pfeiffer-Drüsenfieber (= infektiöse Mononukleose) ist eine akute Infektionserkrankung, die vor allem die Abwehrgewebe befällt. Im Kleinkindalter verläuft die Infektion oft völlig unbemerkt, der typische Verlauf ist vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu beobachten. Nach durchgemachter Erkrankung sind die Betroffenen lebenslang gegen das Pfeiffer-Drüsenfieber gefeit.

Leitbeschwerden

Bei Jugendlichen

  • Meist uncharakteristisches Vorstadium mit Müdigkeit, Appetitlosigkeit und leichtem Unwohlsein, teils über Wochen
  • Fieber (oft hoch und länger anhaltend) sowie allgemeines Krankheitsgefühl, oft mit Kopf- oder Halsschmerzen
  • Typisch ist die Lymphknotenschwellung, am stärksten der Halslymphknoten, die oft schmerzhaft und »teigig« sind
  • Häufig begleitende Schluckbeschwerden durch Mandelentzündung (Angina) mit weißen Belägen
  • Möglicherweise kurzzeitiger feinfleckiger Hautauschlag
  • Selten Gelbfärbung der Haut (Ikterus) durch Leberbeteiligung

Bei Babys und Kleinkindern

  • Fieber
  • Bauchbeschwerden, z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Infektzeichen der oberen Luftwege, z. B. Husten

Inkubationszeit 20–50 Tage

Ansteckend wahrscheinlich einige Tage vor bis 1–2 Wochen nach Krankheitsbeginn

Wann zum Arzt

Am nächsten Tag, wenn

  • Ihr Kind länger als drei Tage ungeklärtes Fieber oder Halsschmerzen hat.
  • Ihr Kind geschwollene Lymphknoten an Hals, Achsel und/oder Leiste hat.

Heute, wenn

  • Sie auf den Mandeln weiß-gelbe Beläge sehen.
  • Ihr Kind Beschwerden im linken Oberbauch bekommt.
  • Die Haut Ihres Kindes sich gelb verfärbt.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind dunkelrote, kleine Hautflecken bekommt, da dies einen Abfall der Blutplättchen anzeigen kann.
  • Ihr Kind während oder nach einem Pfeiffer-Drüsenfieber plötzliche Schmerzen im linken Oberbauch hat und blass wird – es könnte sich um eine lebensbedrohliche Milzruptur(= Milzriss) handeln.


Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:03 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München