Netzathleten Partner

Akute und obstruktive Bronchitis

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 14:18 Uhr
Beitragsseiten
Akute und obstruktive Bronchitis
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
Alle Seiten
Häufigkeit: Häufigkeit 5 von 5: Weit verbreitet

Bei einer Bronchitis hat sich die Bronchialschleimhaut, d. h. die innere Auskleidung der Bronchien, entzündet.

Die akute Bronchitis ist bei Kindern besonders in den Herbst- und Wintermonaten sehr häufig. Sie ist in aller Regel durch Viren verursacht und bei größeren Kindern meist nach ein paar Tagen von selbst wieder vorbei. Ganz im Vordergrund steht der Husten, die Atmung ist bei einer »normalen« Bronchitis nicht betroffen.

Bei Säuglingen betrifft die Bronchitis oft auch die ganz kleinen Bronchien, die so genannten Bronchiolen, man spricht dann von einer Bronchiolitis.

Auch kann bei kleinen Kindern bei einer Bronchitis die Bronchialwand so stark gereizt werden, dass sich die in die Bronchialwand eingelagerten Muskeln verkrampfen. Man spricht dann in diesen Fällen von einer obstruktiven Bronchitits(= spastischen, »verengenden« Bronchitits).

Wegen der Verengung treten bei der Bronchiolitis und der obstruktiven Bronchitis nicht nur Husten, sondern oft auch eine behinderte, häufig »pfeifende« Atmung auf – entsprechend ernster sind diese Formen zu nehmen.

Leitbeschwerden

Bei akuter Bronchitis:

  • Schnupfen
  • Husten, meist trockener Reizhusten, der sich möglicherweise später »lockert« und mit Auswurf einhergeht
  • Normale Atmung
  • Möglicherweise (leichtes) Fieber
  • Bei Kleinkindern möglicherweise uncharakteristische Bauchbeschwerden, z. B. Bauchschmerzen, Erbrechen

Bei obstruktiver Bronchitis:

  • Trockener Husten
  • Erschwerte Ausatmung
  • Möglicherweise hörbare Atemgeräusche (»Pfeifen«) bei der Ausatmung
  • Möglicherweise Atemnot
  • Möglicherweise uncharakteristische Bauchbeschwerden, z. B. Bauchschmerzen, Erbrechen

Wann zum Arzt

Innerhalb der nächsten Woche, wenn

  • Ihr Kind auch außerhalb von »Erkältungen« immer wieder Husten hat, auch wenn dieser nicht so schlimm scheint. Ein solcher länger bestehender Husten hat viele Ursachen, die der Arzt abklären sollte.
  • Ein Erkältungshusten auch nach einer Woche nicht besser wird.

Noch heute, wenn

  • Ihr Kind beim Atmen hörbar »pfeift«.
  • Es Ihrem Kind nach zwischenzeitlicher Beschwerdebesserung wieder schlechter geht und es dabei fiebert.

Sofort, wenn

  • Ihr Kind Zeichen der Atemnot hat.
  • Sie meinen, Ihr Kind habe vielleicht einen Fremdkörper eingeatmet und huste deshalb.


Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:19 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München