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Windpocken (Wasserpocken, Feuchtblattern, Varizellen) - Das Wichtigste aus der Medizin

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Montag, den 06. Oktober 2008 um 11:51 Uhr
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Das Wichtigste aus der Medizin

Ausschlag im Gesicht bei Windpocken
Hautausschalg bei Windpocken
Windpockenausschlag am ganzen Körper
Der Ausschlag bei Windpocken ist so charakteristisch, dass ein Blick für die Diagnose reicht: Zunächst ist nur ein kleiner Fleck sichtbar, bevor ein kleines Bläschen erkennbar wird (der oberste Fleck in dem Detailbild), das sich in der Folge vergrößert (darunter). Ein geröteter Hof umgibt jedes einzelne Bläschen. Typisch für die Windpocken ist das Nebeneinander von Flecken, Knötchen, frischen und älteren Bläschen und Krusten, vom Mediziner auch als »Sternenhimmel« bezeichnet. Dies zeigt das Foto des dreijährigen Buben.
[li oben: ISP; li unten: RKL; re: AMR]

Woher kommen die Windpocken?

Die Windpocken werden hervorgerufen vom Varizella-Zoster-Virus das zur Gruppe der Herpes-Viren gehört. Es kann sowohl durch Kontakt mit Bläscheninhalt als auch durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Sind Windpocken gefährlich?

Kratzt das Kind die Bläschen auf, kann sich die so entstandene Wunde durch Bakterien entzünden und hinterlässt dann oft helle Flecken als Narben. Für ansonsten gesunde Kinder sind die Windpocken in aller Regel nicht gefährlich, wobei Kinder mit einer Neurodermitis durchschnittlich schwerer erkranken. Ernste Komplikationen wie etwa eine Hirnhautentzündung oder Gehirnentzündung, eine Lungenentzündung, eine Nieren- oder Herzbeteiligung sind Raritäten. Lebensbedrohliche Verläufe können allerdings bei Kindern mit einer Abwehrschwäche vorkommen (etwa Kinder mit Leukämie), weshalb diese Kinder besonders vor Windpocken geschützt werden. Gefährlich können Windpocken auch dann werden, wenn die Mutter vier Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung an Windpocken erkrankt. In diesem Falle kann das Neugeborene eine oft sehr schwer verlaufende, weil noch im Mutterleib über das Blut der Mutter erworbene Windpockenerkrankung durchmachen. Diese Neugeborenen müssen noch vor Ausbruch der Bläschen mit Immunglobulinen und Virostatika behandelt werden. Im Mutterleib ist eine kindliche Schädigung zwar möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Eine an Windpocken erkrankte Schwangere sollte aber sicherheitshalber ihren Gynäkologen darauf ansprechen.

Können Windpocken Folgen haben?

Wie alle Herpes-Viren, so kann auch das Varizella-Zoster-Virus nach der akuten Erkrankung – hier den Windpocken – im Körper verbleiben. In Zeiten der Abwehrschwäche taucht es dann möglicherweise wieder aus seinem Versteck auf und führt zu einer erneuten Erkrankung, der Gürtelrose. Da beide Erkrankungen durch das gleiche Virus bedingt sind, kann also die Großmutter durch ihre Gürtelrose ihren Enkel mit Windpocken anstecken.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 12:00 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München