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Hintergrundwissen Gehirn und Nervensystem

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:40 Uhr
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Warum haben kleine Kinder so große Köpfe?

Bis vor wenigen Generationen stellte die Geburt ein nicht unerhebliches Risiko dar. Mit ein Grund dafür: Der relativ große Kopf des Ungeborenen, der immer einmal wieder im Geburtskanal stecken bleibt (solche Probleme sind bei wild lebenden Säugetieren unbekannt, deren Geburten nicht nur komplikationsärmer, sondern auch leichter verlaufen).

Schema von Gehirn und Rückenmark
Das Gehirn füllt fast die gesamte obere Hälfte des Kopfes aus. Es ist mit dem ganzen Körper vernetzt. Der wichtigste Strang bei dieser Vernetzung ist das Rückenmark, die größte »Datenautobahn« unseres Körpers, mit den davon abgehenden Nerven. Der andere Strang sind hunderte Hormone und andere Botenstoffe, die durch das Blut ihren Weg zum Gehirn finden oder umgekehrt in bestimmten Teilen des Gehirns ins Blut freigesetzt werden, um die übrigen Hormondrüsen des Körpers zu steuern. Wichtigstes Bindeglied zwischen Nerven- und Hormonsystem ist dabei der unterhalb des Thalamus gelegene Hypothalamus.
[AMR]

Die Geburtsschmerzen sind der Preis dafür, dass der Mensch eindeutig aufs Gehirn setzt. Wir Menschen »leben davon«, dass wir uns verstehen, unsere Umwelt erforschen, uns mitteilen und austauschen. Und die Voraussetzungen dafür werden schon im Mutterleib geschaffen, wo im kindlichen Gehirn bis zu 250 000 Nervenzellen pro Minute gebildet werden – und die beanspruchen Raum.

Bei aller Größe braucht das Gehirn zu seinen Leistungen aber auch den Rest des Körpers. Wie wir denken und empfinden, hängt nämlich nicht nur von den Impulsen der Nervenzellen, sondern auch von Einflüssen des Immunsystems und der Drüsengewebe ab. Die höheren Leistungen, zu denen wir Menschen (manchmal) fähig sind, sind somit ein Gemeinschaftsprojekt des ganzen Körpers.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. November 2009 um 10:23 Uhr )