Netzathleten Partner

Spannungskopfschmerzen und Migräne

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:41 Uhr
Beitragsseiten
Spannungskopfschmerzen und Migräne
Das Wichtigste aus der Medizin
Das macht der Arzt
Alle Seiten
Spannungskopfschmerzen und Migräne
Häufigkeit: Häufigkeit 4 von 5: Häufig

Spannungskopfschmerzen und Migräne werden oft ganz automatisch mit dem stressgeplagten Manager oder der Frau mittleren Alters verbunden. Doch weit gefehlt: Schätzungsweise 5 % aller Kinder leiden unter Migräne. Vor der Pubertät sind Jungen ebenso oft betroffen wie Mädchen, danach überwiegen die Mädchen. Eine Migräne zeigt sich oft erstmalig im Grundschulalter, kann aber auch schon bei Kleinkindern auftreten. Spannungskopfschmerzen sind noch häufiger, sie plagen vor allem das Schulkind.

Leitbeschwerden

Bei Spannungskopfschmerzen:

  • Dumpf-drückender Kopfschmerz im ganzen Kopf, manchmal mit Verspannung im Nacken oder Schulterbereich
  • Meist keine weiteren Beschwerden, insbesondere kein Erbrechen
  • Alltagstätigkeiten sind trotz Kopfschmerz möglich, keine Verstärkung der Kopfschmerzen durch körperliche Betätigung

Bei Migräne:

  • Wiederkehrende, oft plötzlich einsetzende Kopfschmerzanfälle. Kopfschmerzen bei jüngeren Kindern meist im ganzen Kopf, ab dem Grundschulalter zunehmend halbseitig und pochend
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Bauchweh
  • Häufig Blässe
  • Möglicherweise Sehstörungen oder Missempfindungen kurz vor dem Schmerz
  • Alltagstätigkeiten durch die Kopfschmerzen erheblich eingeschränkt oder nicht möglich, Verstärkung der Kopfschmerzen durch körperliche Betätigung
  • Dauer der Beschwerden oft kürzer als bei Erwachsenen (1–6 Stunden)
  • Im Kleinkindalter oft uncharakteristisches Bild mit Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Blässe und dunklen Augenringen. Die Augen können tränen. Kopfschmerzen können ganz fehlen.

Wann zum Arzt

In den nächsten 1–2 Wochen, wenn

  • Ihr Kind gehäuft Kopfschmerzen hat, die zwischenzeitlich wieder ganz weggehen.

In den nächsten Tagen, wenn

  • Ihr Kind immer wieder über Kopfschmerzen klagt und diese zwischenzeitlich zwar besser werden, aber nicht verschwinden.
  • Sie in der letzten Zeit neben Kopfschmerzen auch Verhaltensänderungen bemerkt haben oder das Kopfweh immer morgens beim Aufwachen besteht.

Sofort, wenn

  • Der Kopfschmerz extrem ist und gar nichts hilft.
  • Ihr Kind zusätzlich zu den Kopfschmerzen Fieber und einen steifen Nacken hat.
  • Ihr Kind mit Kopfschmerzen einen Krampfanfall hat, es ihm zunehmend schlechter geht oder wenn es z. B. Lähmungen bekommt.


Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 14:04 Uhr )