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Hintergrundwissen Hals, Nase und Ohren

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:31 Uhr
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Hören verbindet

Dass Kinder »nicht hören«, ist eine häufige Klage der Eltern. Tatsächlich besitzen kleine (und manche große) Menschen eine oft erstaunliche Fähigkeit, störende Geräusche einfach abzublocken.

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Das Ohr – das wohl komplizierteste Sinnesorgan. Es besteht aus äußerem Ohr, Mittelohr und dem mikroskopisch kleinen, aber entscheidenden Innenohr. Beim Kind ist vor allem das Mittelohr durch Entzündungen gefährdet – das untere Detailfoto zeigt die Strukturen sehr stark vergrößert. Besonders wichtig ist die Ohrtrompete: Dieser Schleimhautschlauch stellt nämlich eine Verbindung vom Mittelohr zum Rachen dar – mit jedem Schlucken wird so das Mittelohr belüftet. Das sorgt nicht nur für den nötigen Druckausgleich, sondern verhindert auch, dass sich Sekret im Mittelohr anstaut.
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Und das ist gut so. Denn selbst im ruhigsten Zimmer einer Wohnung geht es keineswegs lautlos zu, überall hinterlässt das Leben seine akustischen Spuren, und wenn es nur das Grummeln des Heizkörpers ist.

Die Welt tauber Kinder dagegen ist wirklich lautlos. Was ihnen fehlt, sind aber nicht nur Geräusche. Geräusche nämlich sind für Kinder auch die Eintrittskarte in die Welt der Sprache, und nicht nur das: Auf dem Weg vom Hören zum Sprechen macht das Kind prägende seelische Erfahrungen. Da ist die Stimme der Mutter, die Geborgenheit vermittelt, oder eben das Grummeln des Heizkörpers, das Gemütlichkeit ausstrahlt. Hören heißt also auch Gefühle aufnehmen, Resonanz entwickeln, in Verbindung treten.

Kein Wunder also, dass nicht nur Taubheit, sondern auch schon Schwerhörigkeit einen tiefen Einschnitt in die Entwicklung eines Kindes bedeutet. Manches angeblich »zurückgebliebene« oder verhaltensgestörte Kind ist in Wirklichkeit »bloß« schwerhörig.



Aktualisiert ( Donnerstag, den 19. November 2009 um 10:15 Uhr )

© Herbert Renz-Polster et. al.: Gesundheit für Kinder, 2. Auflage 2006, Kösel Verlag München