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Autismus: Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom

Geschrieben von: Dr. med. Herbert Renz-Polster, Dr. med. Nicole Menche, Dr. med. Arne Schäffler
Mittwoch, den 08. Oktober 2008 um 08:52 Uhr
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Autismus: Kanner-Syndrom und Asperger-Syndrom
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Autismus bezeichnet eine tief greifende kindliche Entwicklungsstörung, in deren Vordergrund eine Kontaktstörung steht mit der Unfähigkeit, normale zwischenmenschliche Beziehungen einzugehen.

Es gibt zwei Formen des Autismus – beide sind nach ihren Erstbeschreibern benannt: das schwerer wiegende Kanner-Syndrom, auch als frühkindlicher Autismus bezeichnet, und das Asperger-Syndrom (= autistische Persönlichkeitsstörung). Ob es sich dabei um zwei Varianten bzw. »Pole« der gleichen Störung oder zwei verschiedene Krankheiten handelt, ist noch immer offen.

Von Autismus betroffen sind etwa zwei von tausend Kindern. Dass die Erkrankung in den letzten 20 Jahren häufiger wurde, liegt vor allem an der heute besseren Erkennung. Die Erkrankung zeigt sich im späten Baby- oder frühen Kindesalter, Jungen sind viermal häufiger betroffen als Mädchen. Ein (zumindest teilweiser) erblicher Hintergrund gilt als sicher. Geschwister von autistischen Kindern haben etwa ein 5%iges Risiko, selbst autistisch zu sein.

Leitbeschwerden

  • Kanner-Syndrom: bei Babys kein Blickkontakt zu den Bezugspersonen, kein soziales Lächeln, wenig Imitation (z. B. Mitklatschen). Abwehrbewegungen beim Auf-den-Arm-Nehmen. Wenig emotionale Resonanz, keine vom Kind ausgehende Aufforderung zum Spiel, es bevorzugt das Alleinsein. Gestörte Sprachentwicklung, ständiges Wiederholen bestimmter Bewegungen (= Stereotypien), häufig sehr intensives Interesse an bestimmten Gegenständen (z. B. einem Spielzeugauto). Häufig Intelligenzminderung
  • Asperger-Syndrom: bezüglich der Kontaktstörung ähnliche Zeichen wie beim Kanner-Syndrom, Symptome jedoch insgesamt leichter und später auftretend. Normale Sprachentwicklung und Intelligenz, oft mit einer besonderen Begabung in Spezialbereichen (wie etwa Mathematik)

Wann zum Arzt

In den nächsten Tagen, wenn

  • Sie mehrere der im Kasten genannten Merkmale bei Ihrem Kind beobachten.


Aktualisiert ( Montag, den 09. Februar 2015 um 14:10 Uhr )